WEZANDLA CRAFTS

TRUSTED CRAFT DESIGN & WEZANDLA CRAFTS – Handwerk mit Herz und Tradition

Seit 2011 arbeitet TRUSTED CRAFT DESIGN eng mit der Näherei WEZANDLA CRAFTS in den Ausläufern der Drakensberge im tiefen Zululand zusammen. In einer Region, in der eine Arbeitslosenquote von bis zu 80 % herrscht, bietet die Näherei 15 Frauen eine Möglichkeit, in einem sicheren Umfeld in der Näherei, in Festanstellung Geld zu verdienen. Zusätzlich verdienen rund 20 Frauen bei Wezandla Crafts ihren Lebensunterhalt als Stickerinnen und Perlenstickerinnen und unterstützen somit ihre Familien finanziell. Kinderarbeit ist dabei ausdrücklich ausgeschlossen. Die Frauen bieten ihren Kindern eine gute Bildung, denn in der Umgebung besuchen sie eine nahegelegene Schule.

Die kreativen Köpfe hinter TRUSTED CRAFT DESIGN, Siggi Dedekind aus Elandskraal (KwaZulu-Natal) und Judith Singer aus Verden/Aller, entwickeln gemeinsam neue Produkte mit „African Chic“. Ihr Fokus liegt sowohl auf dem südafrikanischen Markt als auch auf dem europäischen, insbesondere dem deutschen Markt. Dabei setzen sie konsequent auf authentische Materialien wie den originalen Shweshwe-Stoff der Firma DaGama sowie auf eigene Designs für Handsiebdruckstoffe, die vor Ort selbst in Handarbeit sorgfältig gedruckt werden. Aus diesen hochwertigen Stoffen entstehen einzigartige Röcke, Taschen, textiler Schmuck und vieles mehr – stets mit dem Ziel, höchste Qualität zu liefern.

TRUSTED CRAFT DESIGN und WEZANDLA CRAFTS stehen für eine echte, nachhaltige Partnerschaft zwischen Deutschland und Südafrika. Die Kombination aus traditioneller Handwerkskunst, Liebe zum Detail und kreativen Farbkompositionen führt zu einzigartigen Produkten, die durch ihre leuchtenden Farben und feinen Perlenstickereien begeistern. Ein multikultureller Mix, der vor allem Kundinnen in Deutschland viel Freude bereitet!

Auf regelmäßigen Reisen besucht Judith Singer die Näherinnen und geht mit ihnen in den Austausch. In persönlichen Gesprächen hat sie tiefe Einblicke in ihr Leben gewonnen und ihre Geschichten festgehalten. Wenn du mehr über die Frauen hinter der Näherei erfahren möchtest, findest du hier einige ihrer bewegenden Erzählungen…

Zanele

Samplerin

Zanele Msomi arbeitet seit 24 Jahren bei Wezandla und ist als Samplerin tätig. Das bedeutet, dass sie erste Modelle, Musterstücke und Prototypen näht. Ihre Arbeit ist essenziell, um Design, Passform und Material zu prüfen, bevor ein Entwurf in die weitere Produktion geht. Durch ihre Prototypen wird sichergestellt, dass die Endprodukte den hohen Qualitäts- und Designstandards entsprechen.

Zanele hat eine große Familie mit sechs Kindern. Ihr jüngster Sohn, Luthando, ist sechs Jahre alt und besucht die erste Klasse. Drei ihrer älteren Kinder gehen zur Shiane-Schule, die etwa 20 Kilometer von Elandskraal entfernt liegt, nahe Rorke’s Drift. Da dort besonders guter Englischunterricht angeboten wird, nimmt sie die täglichen Kosten für Taxi und Bus gerne in Kauf – ermöglicht durch ihr Einkommen bei Wezandla.

Mit 22 Jahren begann Zanele ihre Ausbildung durch ein Praktikum in den Drakensbergen. Dort nahm sie an einem Bridging-Kurs teil, der von Wezandla gesponsert wurde, und erlernte schließlich das Nähen.

Am Wochenende verbringt Zanele gerne Zeit mit ihrer Familie und kümmert sich um ihren Haushalt. Im eigenen Garten pflanzt sie Tomaten, Spinat und Paprika an. Zanele sagt, besonders wichtig sind für sie die Bestellungen über Trusted Craft Design aus Deutschland, da diese stets bevorzugt behandelt werden. Die deutschen Kunden sind besonders treu und spielen eine zentrale Rolle für ihre Arbeit.

Phiwe

Näherin

Phiwe Duze ist 40 Jahre alt und Mutter von sechs Kindern im Alter von 5 bis 23 Jahren. Ihre 19-jährige Tochter ist das einzige Mädchen, alle anderen sind Jungen. Sie näht bei Wezandla.

Ekhaya – ihr Zuhause: Phiwe lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in einem Khaya, einem traditionellen runden Haus. Ganz in der Nähe wohnt auch ihre Mutter, die sich um die Kinder von Phiwes verstorbener Schwester kümmert. Der Schwager hat sie leider allein gelassen, doch Phiwwe und ihr Mann haben gemeinsam ihr Zuhause erweitert und eine sichere Umgebung für die Großfamilie geschaffen.

In ihrem Garten baut sie unter anderem Tomaten und Spinat an, um ihre Familie zu versorgen. Bei der Arbeit bevorzugt sie die ruhigere Seite der Näherei – dort, wo konzentriert gearbeitet wird, ohne allzu viel Geplauder.

Besonders stolz ist sie auf ihren Mann, der es geschafft hat, Wasser für die Familie herzuleiten. Mit viel Einsatz hat er eine Leitung vom Nachbarn gelegt, sodass sie nun direkten Zugang zu Wasser haben.

Phakamile

Näherin

Phakamile Sabela ist 33 Jahre alt. Seit 2022 lebt sie in einem neuen Haus, da ihr vorheriges durch starke Regenfälle und eine Flut zerstört wurde.

Sie ist Mutter von drei Kindern im Alter von vier, dreizehn und sechzehn Jahren. Ihr jüngstes Kind besucht eine nahegelegene Crèche, während das älteste die Schule in Shiyane besucht. Um ihren Kindern eine bessere Bildung an einer Schule mit gutem Ruf zu ermöglichen, zahlt sie 250 Rand für den Transport. Auch Mine, Zanele, Virginia, Muge und Phiwa schicken ihre Kinder dorthin. Bildung ist für sie und ihre Freundinnen eine Herzensangelegenheit.

Am Wochenende widmet sich Phakamile mit Leidenschaft ihrem Garten, in dem sie frisches Gemüse anbaut. In der Näherei hat sie sich auf das Nähen von Kreisen spezialisiert – kleine für Handytaschen und größere für vielseitig einsetzbare Allrounder-Taschen.

Makoki

Perlenarbeiterin

Makoki Mbatha ist 36 Jahre alt und hat bereits mit 14 Jahren begonnen, kunstvolle Handarbeiten mit Glasperlen anzufertigen. Ihre ersten Werke waren kleine Perlentiere.

Makoki musste schon viel Leid in ihrer Familie erleben. Vor einigen Jahren haben wir sie zu Hause besucht – damals lebte ihre geliebte Großmutter noch, doch mittlerweile ist sie verstorben. Makoki hat ein Kind, ihr zweites ist leider früh verstorben. Auch ihr Enkelkind, das ihr bereits den Titel „Oma“ verlieh, verstarb tragischerweise mit nur acht Monaten.

Am Wochenende betreibt Makoki mit viel Freude ihren eigenen Spaza-Shop – einen kleinen Laden, in dem sie Eisblöcke, Snacks, Chips und Kekse verkauft. Eine große Gefriertruhe ermöglicht es ihr, Waren in Pomeroy einzukaufen und diese frisch zu halten.

Samstags gönnt sie sich gerne etwas Ruhe, geht aber auch mit Begeisterung zur Kirche. Sie lebt mit ihrer Schwester zusammen, die ebenfalls ohne den Vater ihres Kindes lebt, und unterstützt sowohl sie als auch deren Kind finanziell. Ihre Mutter lebt in Johannesburg, hat jedoch keine feste Arbeit. Jeden Morgen um 7:20 Uhr macht sich Makoki zu Fuß auf den Weg zur Näherei – ein fester Bestandteil ihres Lebens und ein Ort, an dem sie ihre Fähigkeiten und Leidenschaft einbringt.

Jabulile

Perlenarbeiterin

Jabulile Mkize ist seit 2002 bei Wezandla tätig und dienstälteste Mitarbeiterin, doch ihre Glasperlen-Handarbeit begann sie bereits 1997. Auch in ihrer Freizeit fertigt sie kunstvolle Perlenarbeiten an – nicht nur als zusätzliche Einkommensquelle, sondern auch als kreativen Zeitvertreib.

Sie ist Mutter von fünf Kindern, doch der Verlust eines ihrer Kinder, das mit zwölf Jahren an einer Blinddarmentzündung verstarb, schmerzt sie bis heute. Vier ihrer Kinder leben noch zu Hause, während ihr ältester Sohn als Clothing Store Manager in der Northern Cape Provinz (Kuruman) arbeitet – ein Erfolg, auf den sie besonders stolz ist.

Jabulile lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Zwei-Zimmer-Haus, ergänzt durch ein traditionelles Rondavel, eine runde Grashütte. Ihr Wochenende verbringt sie gerne in den Bergen, wo sie gemeinsam mit anderen Frauen Holz sammelt – eine Tradition namens „Tesa“. Diese Aufgabe ist ausschließlich Frauen vorbehalten und bietet ihnen eine wichtige Auszeit vom Kochen und den häuslichen Pflichten.

Zusammen mit Lungi Sabela pflegt sie einen Gemüsegarten, in dem sie Spinat, Karotten, Kohl, Tomaten und Kartoffeln anbauen. Beide wechseln sich mit dem Gießen ab und teilen sich die Arbeit.

Nicht mehr lange, und Jabulile wird in den Ruhestand gehen – eine neue Lebensphase, auf die sie mit Gelassenheit blickt.

Nonhlanhla

Näherin

Nonhlanhla Ndlovu ist 50 Jahre alt und eine wichtige Stütze für ihre Familie. Ihre Mutter lebt noch im Haus, und sie kümmert sich sowohl um sie als auch um ihre Schwägerin. Sie hat drei Kinder im Alter von 22, 25 und 31 Jahren. Ihr ältester Sohn arbeitet als Sicherheitskraft in einer Mine, ihr jüngstes Kind hat gerade die Schule abgeschlossen und hat selbst bereits Nachwuchs.

Als einzige in der Familie mit einem festen Einkommen trägt Nonhlanhla die Verantwortung für viele. Ihr erster Mann hat sie verlassen, doch inzwischen hat sie einen neuen Partner an ihrer Seite.

Nähen ist ihre große Leidenschaft – besonders schwierigere Taschen fordern sie heraus, und sie freut sich immer, neue Techniken zu erlernen. Auch die Arbeit im Garten bereitet ihr Freude, doch leider fehlt ihr noch immer eine zuverlässige Wasserversorgung.

Einmal im Monat fährt sie in die Stadt, entweder nach Pomeroy oder Dundee, um Besorgungen zu machen. Trotz aller Herausforderungen meistert Nonhlanhla ihr Leben mit großer Entschlossenheit und Hingabe.

Phindi

Detail-Näherin

Phindi Sabela ist die Schwester von Zanele und eine sehr enge Verwandte. Sie hat ein zehnjähriges Kind und lebt ohne Mann. Sie wohnt zusammen mit Mines Vater im Kraal, einem Wohnkomplex, der aus mehreren Häusern besteht und als gemeinschaftliche Einheit bezeichnet wird. Phindi ist zudem Mines Tante.

In der Näherei spezialisiert sie sich auf das Markieren und Befestigen von Nähten, das Anbringen von Magnetknöpfen, kleinere Näharbeiten sowie Lederarbeiten. Langsam aber sicher baut sie sich einen Ruf als Näherin auf, die sich auch kniffligen und anspruchsvollen Aufgaben stellt.

Am Wochenende entspannt sie sich gerne und feiert – vor allem, wenn Zanele sie zu sich nach Hause einlädt. Dort gibt es oft Tanz und ausgelassene Stimmung.

Mine

Administratorin

Mine Sabela ist eine ehrgeizige Frau mit dem großen Wunsch, Lehrerin zu werden. Leider wurde ihre Schulbildung durch sehr frühe Geburten unterbrochen, sodass sie nur die achte Klasse besuchen konnte – allerdings in Shiyane, einer renommierten, aber weit entfernten Schule. Derzeit übernimmt sie auch administrative Aufgaben in der Näherei und packt oft die Sendungen für Trusted Craft Design.

Sie ist Mutter von zwei Kindern, einem achtjährigen Jungen und einem zehnjährigen Mädchen. Ihre Kinder besuchen ebenfalls die Schule in Shiyane und sind daher täglich von 5:30 Uhr bis 16:00 Uhr außer Haus. Dort erhalten sie eine ausgewogene Verpflegung: Zum Frühstück gibt es eine einfache Mahlzeit, mittags ein warmes Essen mit Gemüse, Bohnen, Reis, Samp und Sauce.

Da Mine und ihre Kinder gerne im Internet surfen, kauft sie regelmäßig Guthaben für den Internetzugang. Einen eigenen Gemüsegarten hat sie sich bisher noch nicht angelegt, da sie erst kürzlich umgezogen ist. Zudem würden freilaufende Tiere ihre Pflanzen fressen, weshalb sie zunächst einen stabilen Zaun errichten müsste.

Lui

Farbexpertin

Lui“, Lungisile Mkize, ist Mutter von drei Kindern im Alter von 16, 19 und 21 Jahren. Sie lebt einige Kilometer entfernt und muss jeden Tag mit dem Taxi zur Arbeit fahren.

Lui ist eine Expertin für Farben und beherrscht das Mischen mit großer Präzision. In der Näherei ist sie für das Bedrucken von Stoffen zuständig und sorgt dafür, dass jeder Druck einzigartig wird. Durch ihre ruhige und konzentrierte Art kann sie sich voll und ganz auf ihre Arbeit fokussieren und den Farbauftrag gleichmäßig und sorgfältig auftragen.

Lungi

Näherin

Lungi Sabela hat drei Kinder aus ihrer ersten Ehe, die nach dem Tod ihres Mannes bei dessen Familie leben. Sie selbst wohnt mit ihrem jetzigen Ehemann sowie ihrem gemeinsamen Kind einige Kilometer entfernt. Jeden Monat erhält sie von dem Opa, „Mkulo“, einen Sack Mehl als Unterstützung.

Gemeinsam mit Jabulile kümmert sie sich um ihren Garten und ist bereits früh morgens um fünf dort aktiv. Besonders freut sie sich auf die bevorstehende Schulung zum Gärtnern, da sie ihre Kenntnisse weiter vertiefen möchte. In ihrer Familie ist sie die Einzige mit einer festen Arbeit, während ihre Schwester erkrankt ist und ebenfalls keine Anstellung hat.

Ihr erstgeborener Sohn studiert Lehramt und hat ein Stipendium erhalten. Er lebt während des Studiums in einem Studentenwohnheim.

An den Wochenenden besucht Lungi gerne Freunde und Verwandte in der Umgebung. Zudem fährt sie zweimal im Monat in die Stadt, um einzukaufen und Besorgungen zu erledigen.

Muge

Portemonnaie-Näherin

Muge Sabela ist 36 Jahre alt, verheiratet mit einem Gärtner und Mutter von zwei Kindern. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter in einem Blockhaus.

Am Wochenende verbringt sie viel Zeit mit ihren Freundinnen Zanele und Mvuse. In ihrer festen Frauengruppe finden sie gegenseitige Unterstützung und stärken sich in ihrem Zusammenhalt – gemeinsam fühlen sie sich stark.

Ihre größte Leidenschaft in der Näherei ist das Anfertigen von Portemonnaies. Sie liebt die Herausforderung, aus vielen kleinen Stoffstücken etwas Neues zusammenzubügeln und präzise zu nähen. Besonders schätzt sie es, immer wieder Neues zu lernen. In ihrer Nähgruppe übernehmen die Frauen regelmäßig Aufgaben aus, sodass jede die Möglichkeit hat, verschiedene Techniken auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln.

Virginia

Etui-Näherin

Virginia Sithole ist die Mutter von Mine und hat fünf Kinder, von denen Mine die Älteste ist. Von den Vätern ihrer Kinder erhält sie keine finanzielle Unterstützung, sodass sie alle Kinder allein mit ihrem eigenen Einkommen großgezogen hat. Ihre Kinder sind heute 11, 16, 18, 27 und 29 Jahre alt, und eines von ihnen versorgt sie noch aktiv.

Sie lebt auf dem Gelände der Näherei, da sie ihr eigenes Zuhause verlassen musste. Die Familie Dedekind stellte ihr ein Stück Land zur Verfügung, auf dem sie nun lebt.

In der Näherei ist Virginia eine herausragende Näherin, insbesondere für Etuis. Ihre Saat kauft sie in Dundee – darunter Kohl, Paprika und Tomaten. Die Grundlagen des Gärtnerns lernte sie bereits in ihrer Kindheit, als sie auf einem Bauernhof lebte.

Vor Kurzem hat sie sich mit viel Fleiß eine kleine Hütte mit zwei Zimmern gebaut. Das nötige Geld dafür hat sie teils angespart, teils durch einen zinslosen Kredit von Wezandla finanziert.

Mvuse

Näherin

Mvuse Sabelo ist Mutter von drei Kindern im Alter von 4, 11 und 15 Jahren. In ihrem Haus leben insgesamt sechs Personen, darunter auch ihre Großmutter, liebevoll „Gogo“ genannt. Ihr Mann ist Korb­flechter und stellt kunstvolle Telefon-Drahtkörbe her. Gemeinsam halten sie 20 Ziegen, die sie innerhalb ihrer Gemeinschaft verkaufen. Die Tiere spielen eine wichtige Rolle, da sie oft als Opfergaben bei traditionellen Ritualen genutzt werden.

Am Wochenende ist für Mvuse Waschtag – eine Zeit, in der sie weder Besuch noch Lärm mag. Dann widmet sie sich voll und ganz der Wäsche und genießt die Ruhe.

Gerne würde sie mehr Nutzpflanzen anbauen, doch ihre Ziegen sind sehr neugierig und durchbrechen immer wieder den Zaun, der oft nicht hoch genug ist. Ihr Mann ist bereits im Ruhestand und nutzt seine Rente, um Lebensmittel für die Familie zu kaufen. Mvuse selbst hat fleißig gespart und sich ein eigenes Haus gebaut. In der Näherei liebt sie besonders die feine Arbeit des Wendens kleiner Textilbroschen – eine Tätigkeit, die viel Geduld erfordert.

Kulumile

Qualitäts-Kontrolleurin

Kulumile Sithole ist die Schwester von Mvuses Mann und Mutter von Zwillingen, wobei eines ihrer Kinder leider verstorben ist. Außerdem kümmert sie sich um das Kind ihrer Schwester. Ihr eigener Mann lebt und arbeitet in Pretoria, in einer NGO, und ist daher selten zu Hause. Auch sie selbst reist nicht dorthin.

Trotz der Herausforderungen hat Kulumile sich ein eigenes Haus gebaut, wobei ihr Mann einen kleinen Beitrag geleistet hat. Das Grundstück gehört ihrem einzigen Sohn, auf den sie besonders stolz ist. Er ist der einzige junge Mensch aus ihrer Community, der an der Universität von Durban einen Bachelor in Human Resources erworben hat. Vier Jahre lang hat er dort studiert und sich seine Zukunft erarbeitet.

Bei unserem letzten Besuch hatten wir die Gelegenheit, sie in ihrem Zuhause zu besuchen und ihren beeindruckenden Garten zu bestaunen. Mit viel Fleiß hat sie ihn vergrößert und eingezäunt, um ihre Pflanzen vor Hühnern und Gänsen zu schützen. Eine Vogelscheuche wacht über die Beete, in denen zahlreiche kleine Setzlinge und Zwiebeln wachsen.

Kulumile ist eine feinfühlige und gewissenhafte Person. Sie arbeitet in der Qualitätskontrolle bei Wezandla Crafts und trägt mit ihrem Gehalt zur Unterstützung vieler Familienmitglieder bei. Unter anderem kümmert sie sich um ihre alte Schwiegermutter, die in einer traditionellen runden Hütte oberhalb ihres Hauses lebt.

Siggi & Wezandla Crafts

Wie alles begann

1996 gründete Siggi Dedekind Wezandla Crafts, um Frauen im tiefen Zululand Südafrikas zu stärken und die hohe Arbeitslosigkeit in der Region zu bekämpfen. Der Name „Wezandla“ bedeutet „mit Händen gemacht“ und symbolisiert die handwerkliche Kunstfertigkeit der Zulu-Frauen.

Heute beschäftigt das Projekt 15 Frauen in Vollzeit, während viele weitere in Heimarbeit tätig sind – vor allem mit Glasperlenstickerei, Stickerei und Korbflechten. In einer Region mit über 80 % Arbeitslosigkeit ist dies eine wichtige Einkommensquelle für zahlreiche Familien.

Ursprünglich stellten die Frauen traditionelle Zulu-Schmuckstücke wie Halsketten, Armbänder und Gürtel her. Da der Markt hierfür begrenzt war, entwickelte Wezandla Crafts eine neue Technik: Perlen wurden direkt auf Stoff genäht. Daraus entstanden die beliebten, kunstvoll verzierten Taschen und Textilien. Mit der Erweiterung der Produktpalette erlernten die Frauen zudem neue Fertigkeiten wie Schneiden, Nähen und Bügeln, die ihre handwerklichen Möglichkeiten und beruflichen Perspektiven verbesserten.

Wezandla Crafts bleibt seiner Philosophie treu, setzt auf lokale Materialien und nutzt traditionelle Handsiebdruckstoffe. Das Projekt verbindet Tradition mit Innovation und trägt dazu bei, die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Zulu-Frauen zu fördern, während es zugleich ein wertvolles kulturelles Erbe bewahrt.

Was ist Handarbeit wert?

Ein Trusted Craft Design-Projekt

Was ist Handarbeit wert?

Dieses Poetry-Slam-Gedicht begleitet das Video und gibt der Frage nach dem Wert von Handarbeit eine emotionale und persönliche Stimme.

Durch ihre Hände,
zahlreiche Hände
einmal quer über die Welt
um schließlich bei dir zu landen
dass es dann in deine fällt
verrückt, nicht?

Wir besitzen so viele Dinge
in dem Bestreben, Sehnsüchte durch Konsum zu stillen
sie kleinzuhalten,
neue Lücken sofort zu füllen

Listen zu führen
– abhaken, kaufen, abhaken, abhaken ohne zu wissen,
vielleicht ohne wissen zu wollen, „Wer?“
weil schon das nächste im Warenkorb schreit „hier!“

In ihren Händen,
in zahlreichen Händen
liegen diese Werke
durchqueren fremde Länder
und nehmen jedes Mal auf dem Weg zu dir
ein Stück Heimat mit

Handarbeit bedeutet Fingerfertigkeit,
bedeutet Leidenschaft und Arbeitskraft
Konzentration in jedem Stich
in jeder Naht ein zufriedener Blick

Von unzähligen Fingerkuppen berührt,
den Tag unter ihren Nägeln tragend, vielfach kontrolliert –
damit du zufrieden bist

Und wir?
Wir sehen nur das Preisschild,
die Rabatte,
lesen – „handgemacht“, „einzigartig“, „fair“ –

Wir wägen nicht ab, was ein Preis wirklich wert ist.
Die Geschichten, die zwischen den Fasern atmen,
die Hände, die schufen,
bevor sie loslassen um dann wieder Neues zu schaffen

Denn Handarbeit ist mehr als nur Ware –
sie ist Würde,
sie ist Kunst,
sie ist Leben.

Von ihnen
für uns.

Und das sollte seinen Wert haben.